Fellwechsel

Fellwechsel – Dichtes Fell für den Winter

Mit den ersten roten, fallenden Blättern müssen wir der Tatsache ins Auge sehen – der Herbst ist da, der Winter naht. Der ausschlaggebende Punkt hierbei ist das Tageslicht. Bereits ab Mitte/Ende Juli fangen die Pferde an dichteres Fell zu produzieren und nach und nach ihr kurzes Sommerfell abzuwerfen. Verantwortlich hierfür ist die sogenannte Zirbeldrüse. Sie ist eine Hormondrüse, welche am Gehirn angegliedert ist und das Hormon Melatonin bildet. Dieses Hormon ist unter anderem verantwortlich für Fellwechsel und Fortpflanzung. Werden die Tage kürzer, gibt die Zirbeldrüse das Signal zur Fellproduktion.

Tatsächlich eine weniger entscheidende Rolle hierbei spielt die Temperatur. Sie entscheidet lediglich darüber wie lang und wie dicht das Fell wird. Mein Pferd im Offenstall wird daher immer wesentlich plüschiger aussehen, als Nachbars Pferd in seiner Box. Was wir hierbei vollkommen unabhängig von der Haltungsform nicht vergessen dürfen: In dieser Zeit vollbringt der Organismus des Pferdes Hochleistungssport. Haben wir tagsüber noch oft 18 Grad und Sonnenschein, kühlt es nachts schon fast auf die Nullgrenze herunter. Mit der Thermoregulierung haben sie somit alle Hände, pardon, Hufe zu tun. Viele Pferde schwitzen tagsüber vom Nichtstun, sind schlapp und oft weniger motivierbar. Schwerfuttrige Pferde bauen in dieser Zeit leider auch deutlich ab. Hier empfiehlt es sich die Futtermenge dementsprechend anzupassen.

Um neues Fell zu produzieren benötigt das Pferd neben Energie auch viel Protein und Spurenelemente. Es besteht ein vermehrter Bedarf an Zink, Selen, Biotin, Vitamin E und Magnesium. Diese kann man über diverse Zusatzfuttermittel verabreichen. Ein Blutbild vom Tierarzt ist vorher selbstverständlich dringend anzuraten. Nur so können Mängel gezielt behoben und Überversorgungen vermieden werden. Womit man aber nichts falsch machen kann sind Leinsamen oder Leinsamenöl. Leinsamen sind reich an Aminosäuren, Ballaststoffen, Eiweiß, Selen und Omega-3- Fettsäuren, welches dein Pferd optimal in der anstrengenden Zeit unterstützt. Auch Bierhefe wirkt oft wahre Wunder. Sie enthält viel Biotin, Eisen, Folsäure und Zink. Bierhefe fördert die Regeneration und das Wachstum der Haut- und Haarzellen. Und im Herbst überall zu finden: Hagebutten. Sie sind wahre Vitamin C Bomben. Zudem enthalten sie Galaktolipide, welche sind positiv auf die Gelenkgesundheit auswirken.

FELLWECHSEL – DICHTES FELL FÜR DEN WINTER

Abb.1: Leinsamen und Leinöl

Ansonsten können wir unsere Pferde nur mit viel Fellpflege unterstützen.

Totes Fell rausbürsten und hoffen das wir selbst nicht zum Yeti mutieren. Bei der Vielzahl an Fellwechselhelferleins wird dies sicherlich auch nicht langweilig werden.

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